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Was 10 % Leerstand wirklich bedeuten: Umsatzverlust im Parkhaus und wie Sie gezielt gegensteuern

Geschrieben von R. Grah | 21.5.2026

Jeder leere Stellplatz kostet Umsatz. Anders als beim Flugzeug, bei dem ein leerer Sitzplatz beim Abflug unwiederbringlich verloren ist, erscheint der Gedanke beim Parken zunächst weniger offensichtlich. Der Stellplatz ist ja morgen noch da. Doch genau das ist der entscheidende Denkfehler: Der Stellplatz selbst bleibt zwar bestehen, aber das Zeitfenster, in dem er heute hätte belegt sein können, ist vorbei. Ein späterer Verkauf ist daher nicht möglich. Die Folge: Umsatz geht verloren, obwohl das Potenzial vorhanden wäre.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Leerstand im Parkraummanagement direkt Umsatz kostet und wie Sie die Auslastung Ihrer Parkfläche gezielt verbessern können.

 

Inhalt

Warum ist Leerstand im Parkraummanagement ein wirtschaftliches Problem? 

Wie ähnelt Leerstand im Parkhaus anderen Branchen?

Best Practice: Fluggesellschaften

Best Practice: Hotellerie

Best Practice: Gastronomie

Was können Betreiber:innen von anderen Branchen lernen? 

Ein Beispiel: Was kosten 10 % Leerstand im Parkhaus?

Wie können Sie Leerstand in der Parkraumbewirtschaftung reduzieren?

Fazit

 

 

Warum ist Leerstand im Parkraummanagement ein wirtschaftliches Problem? 

Ein kleiner Prozentsatz Leerstand klingt nach wenig. Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Dahinter stecken oft erhebliche Umsatzeinbußen. Anders als Produkte im Supermarkt können diese nämlich nicht auf Lager gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden. Bleibt daher ein Stellplatz leer, bringt er 0 € Umsatz.

Oft werden bestehende Tarife nicht hinterfragt und Leerstand auf der Parkfläche wird hingenommen. Doch im Jahresverlauf können sich diese Umsatzeinbußen zu hohen Beträgen summieren.

 

Wie ähnelt Leerstand im Parkhaus anderen Branchen?

Auch andere Branchen kennen das Problem mit Leerstand. Über die Zeit haben diese aber Angebote entwickelt, um diesem entgegenzuwirken. Doch was können Parkplatz-Betreiber:innen von anderen Branchen lernen? Ein Blick auf Fluggesellschaften sowie Hotellerie und Gastronomie lohnt sich.

Best Practice: Fluggesellschaften

Ein Sitzplatz hat nur bis zum Abflug wirtschaftlichen Wert. Danach ist die Verkaufschance vorbei. Deshalb steuern Fluggesellschaften ihre Preise und die damit verbundene Auslastung aktiv. Flüge in beliebte Urlaubsdestinationen sind in der Sommersaison oft deutlich teurer als in der Nebensaison, weil die Nachfrage schlicht höher ist. In schwächeren Reisezeiten helfen günstigere Preise, zusätzliche Buchungen zu gewinnen.

Best Practice: Hotellerie

Auch Hotels steuern ihre Preise aktiv nach Nachfrage und Saison. Auch ein Hotelzimmer kann nicht auf Lager gelegt werden. Was heute Nacht leer bleibt, kann morgen nicht mehr verkauft werden. So kann ein Stadthotel beispielsweise während einer Messe, eines Konzerts oder eines größeren Events höhere Preise verlangen. Schlicht und einfach, weil die Nachfrage vorhanden ist. In ruhigeren Wochen unterstützen Sonderangebote oder spezielle Wochenendpakete dabei, freie Zimmer zu füllen.

Best Practice: Gastronomie

Auch die Gastronomie ist mit Leerstand konfrontiert. Zwar nicht in Form von leeren Stellplätzen, sondern leeren Tischen. Denn auch hier unterscheidet sich die Nachfrage je nach Wochen- und Tagesverlauf. Während Freitagabends viele Restaurants voll ausgelastet sind, können unter der Woche oft einige Tische leer bleiben. Angebote wie Mittagsmenüs, After-Work-Specials oder Happy Hours helfen dabei, freie Kapazitäten besser zu nutzen und schwache Zeitfenster auszulasten.

Was können Betreiber:innen von anderen Branchen lernen? 

Der Blick auf andere Branchen zeigt: Leerstand im Parkraummanagement lässt sich durch gezielte Maßnahmen reduzieren. Entscheidend sind nicht nur eine aktive Vermarktung und eine passende Tarifstruktur, sondern auch, dass jeder Kundentyp sein passendes Angebot findet. Denn einheitliche Tarife verschenken Potenzial. Besonders in nachfrageschwachen Zeiten helfen flexible Tages-, Wochenend- oder Abendtarife dabei, zusätzliche Auslastung zu generieren.

Spezielle Angebote für Pendler:innen, Anwohner:innen oder zu Eventtagen – vergleichbar mit Urlaubsangeboten in der Hotellerie oder Mittagsmenüs in der Gastronomie – füllen freie Kapazitäten und sorgen für eine bessere Auslastung zu verschiedenen Tages- und Wochenzeiten. Mit dem Arivo Parking OS lassen sich Tarife flexibel anpassen, direkt im System und ohne Aufwand.

 

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Ein Beispiel: Was kosten 10 % Leerstand im Parkhaus?

Auf den ersten Blick wirken wenige freie Stellplätze oft harmlos. Doch selbst 10 % Leerstand können sich zu einem deutlichen Umsatzverlust summieren.

Stellen Sie sich folgende Ausgangssituation vor: Sie sind Betreiber:in von einem Parkhaus mit 200 Stellplätzen. Der durchschnittliche Tagesumsatz pro belegtem Stellplatz liegt bei 12 €. Bei 10 % Leerstand bleiben 20 Parkplätze pro Tag leer.

Szenario 1: 20 Stellplätze bleiben leer 

Im ersten Szenario werden nur 180 der 200 Stellplätze genutzt. Bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 12 € pro belegtem Stellplatz erwirtschaftet das Parkhaus 2.160 € Umsatz pro Tag.

Auf einen Monat mit 30 Tagen gerechnet entspricht das 64.800 € Umsatz, während der jährliche Umsatz 788.400 € entspricht. Die übrigen 20 Stellplätze bleiben leer und generieren in diesem Zeitraum keinen Umsatz.

Szenario 2: Die 20 freien Stellplätze werden für 7 € angeboten

Im zweiten Szenario bleiben die 20 freien Stellplätze nicht leer, sondern werden zu einem reduzierten Tarif von 7 € pro Tag angeboten. Die 180 regulär belegten Stellplätze bringen weiterhin 2.160 € pro Tag ein. Durch die 20 günstiger vergebenen Stellplätze entstehen zusätzlich 140 € Umsatz pro Tag. Der gesamte Tagesumsatz steigt damit auf 2.300 €.

Auf einen Monat gerechnet ergibt das 69.000 € Umsatz. Auf ein Jahr hochgerechnet sind es 839.500 €.

Was zeigt der Vergleich? 

Der Unterschied zwischen beiden Szenarien ist erheblich: Szenario 2 generiert 51.100 € zusätzlichen Umsatz pro Jahr. Dabei ist der Unterschied oft kein fehlendes Bewusstsein für das Problem, sondern fehlende Werkzeuge und Möglichkeiten, um gezielt gegenzusteuern und freie Kapazitäten aktiv zu füllen.

 

Wie können Sie Leerstand in der Parkraumbewirtschaftung reduzieren? 

Entscheidend ist es, freie Kapazitäten gezielt zu füllen. Doch welche Maßnahmen können gegen Leerstand helfen? 

  • Definieren Sie einen Basistarif: Setzen Sie Ihren Basistarif gezielt niedrig an. Dadurch wird die Hemmschwelle, die Parkfläche zu nutzen, gesenkt. Eine Analyse der Nutzergruppen hilft, einen geeigneten Tarif für die jeweilige Zahlungsbereitschaft zu wählen. Fragen wie „Wer parkt hier?" sowie ein Blick auf die Tarife umliegender Parkflächen helfen, geeignete Preise zu finden. Grundsätzlich gilt aber: Eine zentrale Lage erlaubt höhere Preise.
  • Bieten Sie zeitabhängige Tarife an: Die Nachfrage unterscheidet sich je nach Tageszeit, Wochentag, Saison und Standort. Mit flexiblen Parktarifen wie Abendtarifen, Wochenendtarifen oder speziellen Angeboten für Pendler:innen machen Sie Ihre Parkfläche in schwachen Zeitfenstern attraktiver und verbessern die Parkhaus-Auslastung gezielt.
  • Machen Sie Ihre Parkfläche für Dauerparker:innen attraktiv: Dauerparkende und Betreibende profitieren von Dauerverträgen gleichermaßen. Parker:innen sparen sich die zeitintensive Suche nach einem freien Parkplatz und genießen, ähnlich wie bei Pay-per-Use, meist günstigere Tarife und zusätzlichen Komfort. Für Betreiber:innen schaffen Dauerparker:innen planbare Einnahmen und eine stabile Grundauslastung.

  • Machen Sie Ihre Parkfläche für Dauerparker:innen attraktiv: Dauerparkende und Betreibende profitieren von Dauerverträgen gleichermaßen. Parker:innen sparen sich die zeitintensive Suche nach einem freien Parkplatz und genießen, ähnlich wie bei Pay-per-Use, meist günstigere Tarife und zusätzlichen Komfort. Für Betreiber:innen schaffen Dauerparker:innen planbare Einnahmen und eine stabile Grundauslastung.
  • Bauen Sie Kooperationen auf: Hotels, Fitnessstudios, Arztpraxen und Kanzleien: All diese Unternehmen haben Mitarbeitende, Gäste und Besucher:innen, die regelmäßig Parkflächen benötigen. Kooperationen durch Parkrabatte für Kund:innen und Gäste schaffen zusätzliche Auslastung und helfen, Parkplatz-Leerstand zu minimieren. Mit dem Arivo Discount Management lassen sich Rabatte für unterschiedliche Partner:innen einfach einrichten, flexibel verwalten und schnell anpassen, ohne dabei die Übersicht zu verlieren. 
  • Vermarkten Sie Ihre Parkfläche aktiv: Parkflächen müssen aktiv sichtbar sein. Nicht nur durch eine Beschilderung vor Ort, sondern auch über eine Website oder ein Google-Unternehmensprofil. Wer seine Parkfläche nicht aktiv vermarktet, bleibt von Zufallsnachfrage abhängig und verschenkt damit täglich Umsatzpotenzial. Unabhängig davon sollten sich Betreiber:innen folgende Fragen stellen:

    • Zu welchen Tageszeiten bleiben Stellplätze frei?

    • Welche Personen nutzen die Parkfläche und warum?

    • Welche Tarife oder Angebote machen schwache Zeiten attraktiver?

    • Welche Kooperationen können zusätzliche Nachfrage bringen?
Entscheidend sind Daten, die zeigen, wann Ihre Parkfläche genutzt wird und welche Muster auftreten. Mit dem Arivo Auslastungsbericht erhalten Sie ein zentrales Werkzeug für detaillierte Einblicke in die Nutzung Ihrer Parkflächen. Echtzeitdaten und Auslastungsanalysen unterstützen Sie dabei, fundierte Entscheidungen im Parkraummanagement zu treffen.

 

 

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Fazit

Ein leerer Parkplatz ist verlorener Umsatz. Denn was heute leer bleibt, kann morgen nicht mehr verkauft werden. Entscheidend im Parkraummanagement ist nicht immer der höchste Einzelpreis pro Stellplatz, sondern der wirtschaftlich beste Gesamtertrag.